Die Themen Digitalisierung und Industrie 4.0 sind aus der täglichen Berichterstattung nicht mehr wegzudenken. Vielfach bezieht man sich aber allgemein auf die Aufbereitung von Informationen zur Verarbeitung oder Speicherung in einem digitaltechnischen System. Die Digitalisierung der industriellen Produktion ist aber bereits schon seit Jahrzehnten im Gange, wie uns das folgende Beispiel zeigt.

Auch die Digitalisierung kleinster Maschinenelemente schreitet immer schneller voran. Dank elektronischer Bauteile wird es in absehbarer Zeit kein Problem mehr sein, selbst einfache Elemente wie beispielsweise Kettenspanner mit Intelligenz zu versehen. So ist beispielsweise die Omega Spann-Box von Murtfeldt heute schon in der Lage, besonders große Kettenlängen intelligent zu regulieren. Integriert in diese Anwendung ist ein Mini-Spanner mit einem angebrachten Sensor. Dieser fungiert als Kettenwächter und zeigt an, ob die Kette zu locker ist oder gar zu reißen droht. Ist die Kette beispielsweise zu lose, wechselt die Anzeige des Schalters von Grün auf Rot. So wird der Mini-Spanner zum Überwachungssystem.

In einem anderen Anwendungsbeispiel findet sich eine klassische Spann-Box der Größe 1 in der Rolle eines separat aufgebauten Positionssensors wieder. Dieser Sensor nimmt den Weg der Kette komplett proportional auf, so dass exakt festgestellt werden kann, in welchem Bereich sich die Spann-Box gerade bewegt - im grünen, gelben oder roten Bereich. Mit diesem Positionssensor ist vieles möglich: exakte Messungen und daraus folgende Schlussfolgerungen hinsichtlich des Spannwegs oder wie weit die Spann-Box ausgefahren ist. Ebenfalls können Aufzeichnungen vorgenommen werden, um beispielsweise Schläge und ähnliches zu registrieren. Ebenso kann festgestellt werden, wie lange die Spann-Box beispielsweise im roten Bereich arbeitet. Man nimmt genaugenommen Betriebszustände im Kettensystem auf, die ungewöhnlich sind.

Es lassen sich noch viele andere Szenarien ausdenken. So benutzt man bei Murtfeldt Initiatoren, die berührungslos als Schalter fungieren und somit keinen Verschleiß aufweisen. Wenn diese Sensoren in Zukunft mit Akustik- oder Schwingungsfunktionalitäten ausgestattet werden, dann erweitern sich die Einsatzmöglichkeiten hiermit um ein Vielfaches im Vergleich zu einem einfachen Schalter.

Integriert man ein Sensorsystem in ein Spannsystem oder in einen Kettentrieb, ist man in der Lage, Geräusche wahrzunehmen, aufzuzeichnen und mit den regulären Geräuschen abzugleichen. Ergeben sich Abweichungen, wie laute Geräusche, Schläge, die an der Spann-Box auftreten, kann durch einen schnellen Abgleich festgestellt werden, ob ein Defekt vorliegt und die Kette nicht richtig funktioniert. Ein rechtzeitiges Eingreifen wäre möglich. Ähnlich funktioniert die Wartung über Schwingungen.  Die Kette läuft in ganz bestimmten Schwingungen, diese ändern sich über die Halterung der Kette oder des Systems. Mit den hinterlegten Vergleichswerten können die Schwingungsamplituden verglichen und als gut oder schlecht eingeordnet werden. Insbesondere bei Gleitreibungsanwendungen und bei Kettentrieben ist Verschleiß immer noch unabwendbar. Mit Hilfe intelligenter, vernetzter Spanntechnik von Murtfeldt Kunststoffe lässt sich dieser Verschleiß automatisiert kontrollieren und wird so zur Assistenz, die im Rahmen einer Prozessoptimierung Prozesse vereinfacht.

 

Fact & Figures

Bereits in den 50er Jahren entwickelte Murtfeldt mit dem Original Werkstoff "S" einen Kunststoff, dessen Gleit- und Verschleißeigenschaften bis heute ungeschlagen sind. Seitdem charakterisieren ideenreiche Entwicklungen das Dortmunder Unternehmen, zu dem auch die Konstruktion von Kundenbauteilen und die Erstellung der notwendigen CAD-Daten zählt. Murtfeldt gehört heute zu den führenden Herstellern für Führungssysteme und gleitfördernde, verschleißfeste Kunststoffe. Überall dort, wo verpackt, abgefüllt und transportiert wird, kommen Murtfeldt Produkte zum Einsatz. Mit 400 Mitarbeitern in Dortmund und Tochterunternehmen in den Niederlanden und Tschechien, Außendienstmitarbeitern, die Kunden vor Ort beraten sowie weiteren Partnern in fast allen Ländern Europas, verfügt Murtfeldt über ein flächendeckendes Produktions-, Vertriebs- und Servicenetz. Vor allem eine umfassende Beratung steht im Vordergrund der Abteilung Anwendungstechnik, welche sich vornehmlich aus Maschinenbau-Ingenieuren zusammensetzt.

Kontakt: www.murtfeldt.de

Mit Hilfe intelligenter, vernetzter Spanntechnik lässt sich Verschleiß automatisiert kontrollieren der Prozess optimieren.

Bildquelle: Murtfeldt